Ist Peak Shaving sinnvoll?

Michael Schnakenberg ·
Industrielle Batteriespeichereinheit an Betonwand, Energiemesszeiger knapp unter roter Spitzenlastgrenze, in Blau- und Grautönen mit Amber-Akzent.

Hohe Stromrechnungen sind für viele Unternehmen ein echtes Ärgernis – besonders dann, wenn ein großer Teil der Kosten nicht durch den reinen Verbrauch entsteht, sondern durch kurze, intensive Leistungsspitzen. Genau hier setzt Peak Shaving an: eine Strategie, die Lastspitzen gezielt kappt und dadurch spürbar Kosten senkt. Ob sich das auch für Ihr Unternehmen lohnt, hängt von einigen konkreten Faktoren ab, die dieser Artikel Schritt für Schritt erläutert.

Was ist Peak Shaving und wie funktioniert es?

Peak Shaving, auf Deutsch Lastspitzenkappung, ist eine Methode zur gezielten Reduzierung kurzfristiger Leistungsspitzen im Stromnetz eines Unternehmens. Dabei wird überschüssige Energie in Speichersystemen zwischengespeichert und genau dann abgerufen, wenn der Strombedarf sprunghaft ansteigt, sodass die maximale Bezugsleistung aus dem Netz begrenzt bleibt.

Das Prinzip ist einfach: In Zeiten geringer Last wird der Speicher geladen. Sobald ein Prozess oder eine Maschine einen hohen Strombedarf verursacht, liefert der Speicher die benötigte Energie und verhindert, dass die Spitzenlast im Netz sichtbar wird. Das Ergebnis ist ein deutlich gleichmäßigeres Lastprofil, das sowohl das Netz entlastet als auch die Abrechnungsgrundlage des Netzbetreibers beeinflusst.

Warum sind Lastspitzen für Unternehmen so teuer?

Lastspitzen sind teuer, weil Netzbetreiber nicht nur den tatsächlich verbrauchten Strom, sondern auch die maximal abgerufene Leistung berechnen. Grundlage ist dabei meist das Jahresleistungsmaximum: Der höchste 15-Minuten-Mittelwert der bezogenen Leistung bestimmt den sogenannten Leistungspreis, der einen erheblichen Teil der Netzentgelte ausmacht.

Das bedeutet: Eine einzige Lastspitze, die vielleicht nur wenige Minuten dauert, kann die gesamte Jahresabrechnung nach oben treiben. Besonders problematisch ist das für Unternehmen mit unregelmäßigen Produktionsprozessen, bei denen einzelne Maschinen oder Anlagen kurzzeitig sehr viel Strom ziehen. Der Leistungspreis fällt dann das gesamte Jahr über an – auch wenn die Spitze nur einmal aufgetreten ist.

Hinzu kommen mögliche Kosten durch Blindleistung sowie die Pflicht zur Vorhaltung von Netzkapazitäten, die Netzbetreiber auf die Verbraucher umlegen. Wer also seine Spitzenlast senkt, reduziert nicht nur den Leistungspreisanteil, sondern verbessert insgesamt seine Kostenstruktur beim Energiebezug.

Für welche Unternehmen lohnt sich Peak Shaving?

Peak Shaving lohnt sich vor allem für Unternehmen mit einem hohen Leistungspreisanteil an der Stromrechnung, einem unregelmäßigen Lastprofil und einem Netzanschluss im Mittelspannungsnetz oder an der Grenze zur Mittelspannung. Je größer der Unterschied zwischen durchschnittlicher und maximaler Bezugsleistung, desto größer das Einsparpotenzial.

Typische Kandidaten sind produzierende Betriebe mit energieintensiven Maschinen, Logistikzentren mit Ladestationen für Gabelstapler oder Elektrofahrzeuge, Rechenzentren sowie Handels- und Gewerbebetriebe mit klimatisierungsintensiven Anlagen. Auch Unternehmen, die bereits eine Photovoltaikanlage betreiben, profitieren doppelt: Sie können den Eigenverbrauch optimieren und gleichzeitig Lastspitzen kappen.

Eine erste Orientierung bietet ein Blick auf die eigene Stromrechnung. Wenn der Leistungspreisanteil mehr als 20 bis 30 Prozent der gesamten Netzentgelte ausmacht, ist eine genauere Analyse in der Regel lohnenswert. Wer mehr über mögliche Anwendungen von Energiespeichersystemen erfahren möchte, findet dort einen guten Ausgangspunkt.

Wie viel lässt sich durch Lastspitzenkappung sparen?

Die mögliche Ersparnis durch Lastspitzenkappung hängt stark von der Ausgangssituation ab – konkret von der aktuellen Spitzenlast, dem geltenden Leistungspreis und dem Potenzial zur Reduktion. In der Praxis berichten Unternehmen häufig von einer Senkung der Netzentgelte im zweistelligen Prozentbereich, in einigen Fällen auch darüber hinaus.

Ein vereinfachtes Rechenbeispiel: Wer eine Jahresspitzenlast von 500 kW auf 400 kW senkt und einen Leistungspreis von 100 Euro pro kW und Jahr zahlt, spart theoretisch 10.000 Euro jährlich – allein durch die Kappung dieser 100 kW. Die tatsächliche Einsparung variiert je nach Tarif, Netzgebiet und individueller Laststruktur.

Wichtig ist, dass Peak Shaving nicht als Einzelmaßnahme betrachtet wird, sondern als Teil eines umfassenderen Energiemanagements. In Kombination mit Eigenverbrauchsoptimierung oder einer unterbrechungsfreien Stromversorgung lässt sich die Wirtschaftlichkeit eines Speichersystems deutlich steigern.

Wie funktioniert Peak Shaving mit einem Batteriespeicher?

Ein Batteriespeicher ist das am häufigsten eingesetzte Mittel für Peak Shaving. Er lädt sich in Zeiten niedriger Last auf, typischerweise nachts oder in produktionsarmen Phasen, und entlädt sich automatisch, sobald die Bezugsleistung einen definierten Schwellenwert zu überschreiten droht. Ein intelligentes Energiemanagementsystem steuert dabei den gesamten Ablauf.

Die Rolle des Energiemanagementsystems

Entscheidend für die Effektivität ist die Steuerungssoftware. Sie analysiert das Lastprofil in Echtzeit, prognostiziert Spitzen und koordiniert das Laden und Entladen des Speichers so, dass die maximale Bezugsleistung dauerhaft unterhalb des Zielwerts bleibt. Ohne eine solche intelligente Steuerung würde der Speicher weder effizient noch zuverlässig arbeiten.

Moderne Systeme erlauben es, mehrere Ziele gleichzeitig zu verfolgen: Peak Shaving, Eigenverbrauchsoptimierung und USV-Funktion können parallel betrieben werden, ohne dass sich die Funktionen gegenseitig behindern. Das maximiert die Auslastung des Speichers und verbessert die Wirtschaftlichkeit der Investition erheblich.

Systemgröße und Auslegung

Die richtige Speichergröße richtet sich nach Höhe und Dauer der typischen Lastspitzen sowie nach dem gewünschten Kappungsniveau. Für industrielle Anwendungen kommen häufig Systeme im Bereich von 50 kWh bis zu mehreren hundert Kilowattstunden zum Einsatz. Ein modularer Aufbau ermöglicht es, die Kapazität später bei Bedarf zu erweitern.

Welche Alternativen zum Batteriespeicher gibt es beim Peak Shaving?

Neben Batteriespeichern gibt es weitere Ansätze zur Lastspitzenkappung, die je nach Betrieb unterschiedlich gut geeignet sind. Dazu zählen Lastmanagement durch gezielte Steuerung von Verbrauchern, der Einsatz von Schwungmassenspeichern sowie die Verschiebung energieintensiver Prozesse in lastschwache Zeiten.

Lastmanagement, also die aktive Steuerung und Verschiebung von Verbrauchern, ist oft der erste Schritt und erfordert keine zusätzliche Hardware. Wenn Produktionsprozesse flexibel planbar sind, lassen sich viele Spitzen bereits durch organisatorische Maßnahmen reduzieren. Allerdings stoßen diese Methoden bei zeitkritischen Prozessen schnell an ihre Grenzen.

Schwungmassenspeicher, auch Schwungräder genannt, eignen sich gut für sehr kurze, hochfrequente Lastspitzen, sind aber für längere Entladezeiten weniger geeignet als Batteriespeicher. Für die meisten industriellen Anwendungen mit Spitzen im Bereich von Minuten bis Viertelstunden bietet der Batteriespeicher das beste Verhältnis aus Flexibilität, Kapazität und Wirtschaftlichkeit. Wer sich einen Überblick über verschiedene Energiespeicherlösungen verschaffen möchte, findet im Portfolio von Commeo eine gute Orientierung.

Wie Commeo Systems GmbH beim Peak Shaving unterstützt

Wir bei Commeo Systems GmbH entwickeln und produzieren Batteriespeicherlösungen, die speziell für industrielle Anforderungen wie Peak Shaving ausgelegt sind. Unsere Systeme verbinden modernste Lithium-Ionen-Technologie mit einem intelligenten Energiemanagementsystem, das Lastspitzen zuverlässig und automatisch kappt.

Was uns dabei auszeichnet:

  • Modularer Aufbau: Unsere Speichersysteme sind von 50 kWh bis weit über 1 MWh skalierbar und lassen sich flexibel an Ihren tatsächlichen Bedarf anpassen.
  • Energy Control System (ECS): Unsere Steuerungssoftware übernimmt die automatische Lastspitzenkappung, Eigenverbrauchsoptimierung und USV-Funktion parallel, in Echtzeit und ohne manuellen Eingriff.
  • Integrierte EZA-Regler-Schnittstelle: Für Anlagen über 135 kW vereinfachen wir die Netzintegration erheblich – ein klarer Vorteil bei Genehmigung und Inbetriebnahme.
  • TÜV-typgeprüfte Sicherheit: Wir gehören zu den wenigen Anbietern typgeprüfter Lithium-Ionen-Batteriesysteme und setzen damit Maßstäbe beim Brandschutz.
  • Made in Germany: Entwicklung, Prüfung und Produktion erfolgen vollständig in Deutschland – mit Lieferzeiten von in der Regel unter drei Monaten.

Sie möchten wissen, wie viel Ihr Unternehmen durch Lastspitzenkappung konkret einsparen kann? Sprechen Sie uns an, und wir analysieren gemeinsam Ihr Lastprofil und entwickeln eine passgenaue Lösung für Ihren Betrieb.

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