Was passiert bei der Eigenverbrauchsoptimierung mit überschüssigem Solarstrom?

Michael Schnakenberg ·
Industrielle Batteriespeichereinheit neben einem Fabrikdach mit Solarmodulen, verbunden durch Kupferleitungen bei Mittagssonne.

Bei der Eigenverbrauchsoptimierung wird überschüssiger Solarstrom, der gerade nicht direkt verbraucht wird, in einem Batteriespeicher zwischengespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt genutzt, zum Beispiel nachts oder an bewölkten Tagen. So bleibt der selbst erzeugte Strom im eigenen Betrieb und muss nicht teuer zugekauft werden. Die folgenden Abschnitte erklären, wie das genau funktioniert und wann sich der Einsatz für Industriebetriebe besonders lohnt.

Wohin fließt überschüssiger Solarstrom, wenn kein Speicher vorhanden ist?

Ohne Batteriespeicher fließt überschüssiger Solarstrom automatisch ins öffentliche Stromnetz. Der Netzbetreiber nimmt diesen Strom ab und zahlt dafür eine Einspeisevergütung. Diese Vergütung liegt in Deutschland aktuell deutlich unter dem Preis, den Unternehmen für zugekauften Strom zahlen, sodass jede eingespeiste Kilowattstunde wirtschaftlich weniger wert ist als eine selbst genutzte.

Das bedeutet konkret: Eine Photovoltaikanlage, die mittags viel Strom produziert, aber keinen Speicher hat, arbeitet in dieser Zeit oft über den eigenen Bedarf hinaus. Der Überschuss geht ins Netz, während das Unternehmen abends oder nachts wieder teuren Netzstrom kauft. Die Eigenverbrauchsquote bleibt niedrig, und das volle Einsparpotenzial der Anlage wird nicht ausgeschöpft.

Für Industriebetriebe mit hohem und unregelmäßigem Stromverbrauch ist das besonders nachteilig. Die Produktion läuft oft in Schichten, der Strombedarf verteilt sich über den ganzen Tag, und die Solarproduktion passt selten exakt zum Verbrauchsprofil.

Wie speichert ein Batteriespeicher überschüssigen Solarstrom?

Ein Batteriespeicher nimmt überschüssigen Solarstrom auf, sobald die Produktion der Photovoltaikanlage den aktuellen Verbrauch übersteigt. Die Energie wird elektrochemisch in den Batteriezellen gespeichert und steht dann auf Abruf zur Verfügung. Moderne Lithium-Ionen-Systeme reagieren dabei sehr schnell auf Veränderungen im Verbrauch oder in der Erzeugung.

Der Ablauf ist einfach erklärt:

  • Die PV-Anlage erzeugt tagsüber Strom.
  • Der aktuelle Bedarf wird direkt gedeckt.
  • Überschüssige Energie lädt den Batteriespeicher auf.
  • Ist der Speicher voll und immer noch Überschuss vorhanden, wird der Rest ins Netz eingespeist.
  • Sinkt die Solarproduktion, liefert der Speicher automatisch Strom nach.

Dieses Zusammenspiel läuft vollautomatisch und wird durch ein Energiemanagementsystem koordiniert. Anwendungen wie Eigenverbrauchsoptimierung setzen genau hier an: Sie stellen sicher, dass der Speicher immer dann geladen wird, wenn Solarüberschuss vorhanden ist, und sich immer dann entlädt, wenn der Bedarf steigt.

Was passiert mit dem gespeicherten Solarstrom in der Nacht oder bei Bewölkung?

Gespeicherter Solarstrom wird automatisch abgerufen, sobald die eigene Erzeugung nicht mehr ausreicht. Nachts produziert die PV-Anlage keinen Strom, und bei starker Bewölkung sinkt die Leistung erheblich. In diesen Situationen übernimmt der Batteriespeicher die Versorgung und gibt die zuvor gespeicherte Energie ins interne Netz des Betriebs ab.

Für produzierende Unternehmen bedeutet das: Der Betrieb läuft auch außerhalb der Sonnenstunden mit eigenem Strom weiter, ohne sofort auf teure Netzenergie angewiesen zu sein. Die Eigenverbrauchsoptimierung erhöht so die Unabhängigkeit vom öffentlichen Netz und senkt die Stromkosten auch dann, wenn die Sonne nicht scheint.

Wie lange der Speicher die Versorgung übernehmen kann, hängt von seiner Kapazität und dem aktuellen Verbrauch ab. Ein gut dimensioniertes System überbrückt typischerweise die verbrauchsstarken Abend- und Nachtstunden vollständig.

Wann lohnt sich Eigenverbrauchsoptimierung für Industriebetriebe?

Eigenverbrauchsoptimierung lohnt sich für Industriebetriebe besonders dann, wenn der Stromverbrauch hoch ist, die Erzeugung durch eine eigene PV-Anlage vorhanden ist und der Eigenverbrauch ohne Speicher unter 40 bis 50 Prozent liegt. Je größer die Lücke zwischen Erzeugungszeitpunkt und Verbrauchszeitpunkt, desto mehr Potenzial steckt in einem Speichersystem.

Folgende Faktoren sprechen für eine Investition:

  • Hohe Strompreise, die den Eigenverbrauch wirtschaftlich attraktiv machen
  • Eine PV-Anlage, die regelmäßig mehr produziert als gerade verbraucht wird
  • Verbrauchsspitzen zu Zeiten, in denen keine Solarproduktion stattfindet
  • Der Wunsch, die CO₂-Bilanz des Unternehmens zu verbessern
  • Anforderungen an eine unterbrechungsfreie Stromversorgung

Industriebetriebe mit Schichtbetrieb profitieren besonders, weil der Strombedarf oft auch nachts hoch ist. Ein Batteriespeicher ermöglicht es, tagsüber erzeugten Solarstrom in die Abend- und Nachtschichten zu verschieben.

Wie viel Eigenverbrauch lässt sich durch einen Batteriespeicher erreichen?

Mit einem gut dimensionierten Batteriespeicher lässt sich die Eigenverbrauchsquote einer PV-Anlage in Industriebetrieben auf 70 bis 90 Prozent steigern, abhängig von Anlagengröße, Speicherkapazität und Verbrauchsprofil. Ohne Speicher liegt die Eigenverbrauchsquote bei vielen Betrieben nur bei 20 bis 40 Prozent, weil Erzeugung und Verbrauch zeitlich auseinanderfallen.

Die genaue Quote hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Größe der PV-Anlage im Verhältnis zum Gesamtverbrauch
  • Kapazität des Speichers in Kilowattstunden
  • Verbrauchsprofil des Betriebs, also wann wie viel Strom benötigt wird
  • Saisonale Schwankungen in der Solarproduktion

Ein modulares Speichersystem hat dabei den Vorteil, dass die Kapazität schrittweise erweitert werden kann, wenn der Bedarf wächst oder sich das Verbrauchsprofil ändert. Modulare Batteriespeichersysteme sind deshalb besonders flexibel für wachsende Industriebetriebe.

Welche Rolle spielt das Energiemanagementsystem bei der Nutzung von Solarüberschüssen?

Das Energiemanagementsystem ist das Steuerungszentrum der gesamten Eigenverbrauchsoptimierung. Es überwacht kontinuierlich Erzeugung, Verbrauch und Speicherzustand und entscheidet in Echtzeit, wann der Speicher geladen oder entladen wird. Ohne diese Steuerung würde der Speicher nicht optimal eingesetzt, und ein großer Teil des Potenzials bliebe ungenutzt.

Ein leistungsfähiges Energiemanagementsystem kann dabei weit mehr als nur Laden und Entladen steuern:

  • Es erkennt Lastspitzen und kürzt diese automatisch, was Netzentgelte senkt.
  • Es priorisiert den Eigenverbrauch von Solarstrom gegenüber dem Netzbezug.
  • Es visualisiert alle Energie- und Informationsflüsse transparent in Echtzeit.
  • Es kann auf externe Signale reagieren, zum Beispiel auf dynamische Strompreise.
  • Es unterstützt die Netzintegration für größere Anlagen über 135 kW Leistung.

Für Industriebetriebe bedeutet das: Das Energiemanagementsystem macht die Anlage nicht nur effizienter, sondern auch beherrschbarer. Man sieht genau, was gerade passiert, und kann Einstellungen anpassen, wenn sich der Betrieb verändert.

So unterstützt Commeo Systems GmbH bei der Eigenverbrauchsoptimierung

Wir bei Commeo Systems GmbH entwickeln und produzieren Batteriespeicherlösungen und Energiemanagementsysteme, die speziell auf die Anforderungen von Industriebetrieben ausgelegt sind. Unser Ziel ist es, Ihnen eine transparente und selbstbestimmte Steuerung Ihrer Energieversorgung zu ermöglichen, damit Sie das volle Potenzial Ihrer PV-Anlage ausschöpfen können.

Das bieten wir konkret:

  • Modulare Lithium-Ionen-Batteriespeicher von 50 kWh bis 1 MWh und darüber hinaus, flexibel erweiterbar nach Bedarf
  • Energy Control System (ECS) als intelligente Steuerungszentrale für Eigenverbrauchsoptimierung, Lastspitzenkappung und unterbrechungsfreie Stromversorgung
  • Typgeprüfte Systeme in Zusammenarbeit mit dem TÜV für höchste Sicherheitsstandards
  • Entwicklung und Produktion in Deutschland, mit Lieferzeiten von in der Regel unter drei Monaten
  • Nahtlose Integration in bestehende Systemumgebungen, inklusive Schnittstelle zu EZA-Reglern für Anlagen über 135 kW

Möchten Sie wissen, wie viel Eigenverbrauch in Ihrem Betrieb möglich ist? Sprechen Sie uns an und lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, welche Lösung am besten zu Ihrer Anlage passt.

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