Wie beeinflusst die Betriebsgröße die Eigenverbrauchsoptimierung?

Michael Schnakenberg ·
Industrielle Batteriespeicheranlage neben modularem Batterieschrank in deutscher Fabrikhalle mit Solarmodulen im Hintergrund.

Die Betriebsgröße beeinflusst die Eigenverbrauchsoptimierung erheblich: Größere Betriebe erzeugen und verbrauchen mehr Energie, haben komplexere Lastprofile und können von Speicherlösungen in einem anderen Maßstab profitieren als kleinere Unternehmen. Gleichzeitig stehen KMU vor anderen Hürden als Großbetriebe, wenn es darum geht, ihren Eigenverbrauchsanteil zu steigern. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Eigenverbrauchsoptimierung für Betriebe unterschiedlicher Größe.

Wie verändert sich der Eigenverbrauchsanteil mit wachsender Betriebsgröße?

Mit wachsender Betriebsgröße steigt in der Regel der absolute Eigenverbrauch, aber der prozentuale Eigenverbrauchsanteil hängt stark vom Verhältnis zwischen Erzeugung und Verbrauch ab. Große Industriebetriebe haben oft einen so hohen Grundlastbedarf, dass sie nahezu den gesamten selbst erzeugten Strom direkt verbrauchen. Bei kleineren Betrieben hingegen übersteigt die Erzeugung häufig den Momentanverbrauch.

Das bedeutet konkret: Ein produzierendes Unternehmen mit mehreren Schichten und kontinuierlichem Maschinenbetrieb erzielt ohne großen Aufwand einen hohen Eigenverbrauchsanteil, weil der Verbrauch rund um die Uhr gleichmäßig hoch bleibt. Ein kleineres Gewerbeunternehmen mit typischen Bürozeiten hingegen erzeugt tagsüber mehr Strom, als es verbraucht, und speist den Überschuss ins Netz ein, oft zu niedrigen Vergütungssätzen.

Ein modulares Batteriespeichersystem hilft dabei, diesen überschüssigen Strom zwischenzuspeichern und zu einem späteren Zeitpunkt selbst zu nutzen. Je größer der Betrieb, desto mehr lohnt sich eine maßgeschneiderte Dimensionierung des Speichers, um das Lastprofil optimal abzudecken.

Welche Speicherkapazität braucht ein Industriebetrieb für optimalen Eigenverbrauch?

Die benötigte Speicherkapazität für einen Industriebetrieb richtet sich nach dem täglichen Energieverbrauch, dem Erzeugungsprofil der Photovoltaikanlage und dem individuellen Lastprofil. Als grobe Orientierung gilt: Die Speicherkapazität sollte in der Lage sein, den Verbrauch in den Stunden ohne Erzeugung zu überbrücken, also typischerweise die Abend- und Nachtstunden.

Für mittelständische Industriebetriebe bedeutet das in der Praxis oft Kapazitäten zwischen 100 und 500 kWh. Betriebe mit sehr hohem Energiebedarf oder mehrschichtigem Betrieb benötigen entsprechend größere Systeme. Wichtig ist dabei, nicht nur die Kapazität, sondern auch die Lade- und Entladeleistung zu berücksichtigen: Ein Betrieb mit kurzen, aber sehr hohen Lastspitzen braucht ein System, das diese Spitzen schnell abdecken kann.

Sinnvoll ist es, vor der Dimensionierung eine genaue Lastanalyse durchzuführen. Dabei werden Verbrauchsdaten über mehrere Wochen aufgezeichnet, um typische Tages- und Wochenmuster zu erkennen. Auf dieser Basis lässt sich die Speichergröße so wählen, dass der Eigenverbrauchsanteil maximal steigt, ohne unnötig Kapital in überdimensionierte Systeme zu investieren.

Was sind die größten Hindernisse bei der Eigenverbrauchsoptimierung für KMU?

Die größten Hindernisse für kleine und mittlere Unternehmen bei der Eigenverbrauchsoptimierung sind hohe Anfangsinvestitionen, fehlendes technisches Know-how und die Komplexität der Genehmigungsverfahren. Viele KMU scheuen den Aufwand, weil ihnen die internen Ressourcen fehlen, um ein solches Projekt eigenständig zu planen und umzusetzen.

Hinzu kommt, dass KMU oft keine eigene Energieabteilung haben, die sich mit Themen wie Netzanschluss, Einspeisevergütung oder Förderprogrammen auskennt. Das führt dazu, dass mögliche wirtschaftliche Vorteile nicht vollständig ausgeschöpft werden. Weitere häufige Hindernisse sind:

  • Unsicherheit über die tatsächliche Amortisationszeit
  • Mangelnde Transparenz über verfügbare Fördermittel
  • Schwierigkeiten bei der Integration in bestehende Gebäude- und Energieinfrastruktur
  • Bedenken hinsichtlich Wartung und Zuverlässigkeit der Systeme

Viele dieser Hindernisse lassen sich durch eine strukturierte Beratung und den Einsatz von Plug-and-Play-Systemen abbauen, die sich ohne großen Installationsaufwand in bestehende Strukturen integrieren lassen. Auch staatliche Förderprogramme können die Anfangsinvestition deutlich reduzieren.

Wann lohnt sich ein Energiemanagementsystem zusätzlich zum Batteriespeicher?

Ein Energiemanagementsystem (EMS) lohnt sich zusätzlich zum Batteriespeicher, sobald ein Betrieb mehrere Energiequellen, komplexe Lastprofile oder verschiedene Verbraucher gleichzeitig steuern muss. Ab einer gewissen Betriebsgröße reicht ein einfacher Speicher allein nicht mehr aus, um den Eigenverbrauch wirklich zu maximieren.

Ein EMS übernimmt die intelligente Steuerung aller Energieflüsse im Betrieb: Es entscheidet, wann der Speicher geladen oder entladen wird, wann Energie ins Netz eingespeist wird und wie Lastspitzen vermieden werden können. Das spart nicht nur Energiekosten, sondern reduziert auch den Leistungspreis, der sich an der höchsten gemessenen Lastspitze orientiert.

Für Betriebe mit einer Anschlussleistung über 135 kW ist ein EMS mit integrierter Schnittstelle zu EZA-Reglern besonders relevant, da diese Anlagen strengere Anforderungen an die Netzintegration erfüllen müssen. Ein gutes Energiemanagementsystem visualisiert alle Energie- und Informationsflüsse in Echtzeit und ermöglicht eine kontinuierliche Optimierung, die weit über das hinausgeht, was ein Batteriespeicher allein leisten kann.

Wie unterscheiden sich Eigenverbrauchsstrategien zwischen Produktion und Gewerbe?

Produktionsbetriebe und Gewerbebetriebe verfolgen unterschiedliche Eigenverbrauchsstrategien, weil ihre Lastprofile grundlegend verschieden sind. Produktionsbetriebe haben oft einen hohen, gleichmäßigen Grundlastbedarf über den gesamten Tag, während Gewerbebetriebe stärkere Schwankungen zwischen Haupt- und Nebenzeiten aufweisen.

Strategie für produzierende Betriebe

In der Produktion steht die Lastspitzenkappung im Vordergrund. Kurze, aber intensive Energiespitzen, etwa beim Anlaufen von Maschinen oder bei energieintensiven Prozessen, treiben den Leistungspreis in die Höhe. Ein Batteriespeicher kann diese Spitzen glätten und so die Netzgebühren senken. Gleichzeitig sichert er die Stromversorgung bei Netzausfällen, was in der Produktion besonders wichtig ist.

Strategie für Gewerbebetriebe

Im Gewerbe liegt der Fokus stärker auf der zeitlichen Verschiebung von Energie: Strom, der tagsüber durch eine PV-Anlage erzeugt wird, wird gespeichert und abends oder in Schwachlastzeiten genutzt. Hier sind Anwendungen wie Eigenverbrauchsoptimierung und die Reduktion von Bezugskosten aus dem Netz besonders relevant. Die Dimensionierung des Speichers orientiert sich dabei an den typischen Betriebszeiten und dem Verbrauchsmuster des jeweiligen Betriebs.

Wie lässt sich der wirtschaftliche Nutzen der Eigenverbrauchsoptimierung berechnen?

Den wirtschaftlichen Nutzen der Eigenverbrauchsoptimierung berechnet man, indem man die eingesparten Strombezugskosten, die reduzierten Netzgebühren und mögliche Einnahmen aus Netzdienstleistungen den Investitions- und Betriebskosten des Systems gegenüberstellt. Die einfachste Kennzahl ist die Amortisationszeit, also der Zeitraum, in dem sich die Investition durch Einsparungen refinanziert.

Folgende Faktoren fließen in die Berechnung ein:

  1. Eingesparter Strombezug: Wie viele Kilowattstunden werden durch Eigenverbrauch statt Netzbezug gedeckt, multipliziert mit dem aktuellen Strompreis?
  2. Reduktion des Leistungspreises: Wie stark sinken die Netzgebühren durch die Kappung von Lastspitzen?
  3. Fördermittel: Welche staatlichen Zuschüsse oder zinsgünstigen Kredite stehen zur Verfügung?
  4. Systemkosten: Anschaffung, Installation, Wartung und eventuelle Versicherungskosten über die Lebensdauer des Systems.

In der Praxis amortisieren sich gut dimensionierte Batteriespeichersysteme für Industriebetriebe je nach Strompreis und Lastprofil in fünf bis zehn Jahren. Da die Strompreise in Deutschland weiterhin auf einem hohen Niveau liegen, verbessert sich die Wirtschaftlichkeit solcher Investitionen Jahr für Jahr. Eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsanalyse auf Basis realer Verbrauchsdaten ist der zuverlässigste Weg, um eine fundierte Investitionsentscheidung zu treffen.

Wie wir bei Commeo Systems GmbH die Eigenverbrauchsoptimierung unterstützen

Wir bei Commeo Systems GmbH bieten Industriebetrieben und Gewerbebetrieben eine vollständige Lösung für die Eigenverbrauchsoptimierung, die weit über den reinen Batteriespeicher hinausgeht. Unsere Systeme werden in Deutschland entwickelt, geprüft und produziert, sind TÜV-typgeprüft und lassen sich dank modularem Plug-and-Play-Aufbau flexibel an jeden Betrieb anpassen.

Was wir konkret anbieten:

  • Modulare Lithium-Ionen-Batteriespeicher von 50 kWh bis 1 MWh und darüber hinaus
  • Das Energy Control System (ECS) zur intelligenten Steuerung von Eigenverbrauch, Lastspitzenkappung und Netzstabilisierung
  • Integrierte EZA-Regler-Schnittstelle für Anlagen über 135 kW
  • Lieferzeiten von weniger als drei Monaten für planbare Projektabläufe
  • Produktion ausschließlich mit grüner Energie für eine nachhaltige Wertschöpfungskette

Ob Sie gerade erst mit der Planung beginnen oder bereits konkrete Anforderungen haben: Nehmen Sie Kontakt mit uns auf und lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, wie Sie Ihren Eigenverbrauchsanteil nachhaltig steigern können.

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