Wie kombiniert man Wärmepumpe und Solarstrom zur Eigenverbrauchserhöhung?

Michael Schnakenberg ·
Solarpanelanlage auf einem Hausdach mit Wärmepumpe an der Außenwand, sonnenbeschienen mit grünem Garten im Hintergrund.

Wärmepumpe und Photovoltaikanlage lassen sich sehr gut kombinieren, um den Solarstrom-Eigenverbrauch deutlich zu erhöhen. Die Wärmepumpe nutzt tagsüber günstigen oder selbst erzeugten Solarstrom für Heizung und Warmwasser, anstatt ihn ins Netz einzuspeisen. Wie gut das in der Praxis funktioniert und worauf es dabei ankommt, zeigen die folgenden Fragen.

Wie viel Solarstrom kann eine Wärmepumpe tatsächlich nutzen?

Eine Wärmepumpe kann, je nach Betriebsstrategie und Anlagengröße, zwischen 30 und 60 Prozent ihres jährlichen Strombedarfs direkt aus einer passend dimensionierten Photovoltaikanlage decken. Entscheidend ist dabei, dass die PV-Anlage groß genug ist und die Wärmepumpe möglichst dann läuft, wenn die Sonne scheint. Das klingt einfach, erfordert aber eine durchdachte Steuerung.

Die Wärmepumpe gehört zu den größten Stromverbrauchern im Gebäude. Ein typisches Einfamilienhaus mit Wärmepumpe benötigt zwischen 3.000 und 6.000 kWh Strom pro Jahr allein für Heizung und Warmwasser. Eine PV-Anlage mit 8 bis 12 kWp kann in vielen Regionen Deutschlands einen erheblichen Teil davon abdecken, wenn die Anlage richtig eingestellt ist.

Wichtig zu verstehen: Die Wärmepumpe ist kein starrer Verbraucher. Sie kann Energie in Form von Wärme speichern, entweder im Warmwasserspeicher oder im Gebäude selbst. Das macht sie zu einem flexiblen Abnehmer für Solarstrom, der sich zeitlich verschieben lässt.

Wie funktioniert die Steuerung von Wärmepumpe und PV-Anlage gemeinsam?

Die Steuerung von Wärmepumpe und PV-Anlage funktioniert über ein Energiemanagementsystem, das den aktuellen Solarertrag misst und die Wärmepumpe dann aktiviert, wenn ausreichend Solarstrom verfügbar ist. Moderne Systeme kommunizieren dabei über standardisierte Schnittstellen wie SG-Ready oder Modbus miteinander.

Das SG-Ready-Signal ist dabei besonders praktisch. Viele Wärmepumpen verfügen über diesen Eingang, über den ein externes System signalisieren kann: “Jetzt ist günstiger Strom verfügbar, lauf auf erhöhter Leistung.” Das Energiemanagementsystem übernimmt dabei die Rolle des Dirigenten.

Was das Energiemanagementsystem konkret steuert

Ein gutes Energiemanagementsystem priorisiert den Solarstrom nach einer klaren Logik: Zuerst deckt die PV-Anlage den laufenden Haushaltsbedarf. Überschüssige Energie wird dann genutzt, um die Wärmepumpe anzutreiben und den Warmwasserspeicher aufzuladen. Erst wenn auch das ausgereizt ist, fließt Strom in einen Batteriespeicher oder ins Netz.

Wetterprognose und vorausschauende Steuerung

Fortschrittlichere Systeme arbeiten mit Wetterprognosen. Sie wissen bereits am Morgen, wie viel Solarertrag der Tag bringen wird, und planen die Betriebszeiten der Wärmepumpe entsprechend voraus. Das ist besonders im Winter nützlich, wenn die Sonnenstunden knapp sind und jede Kilowattstunde Solarstrom optimal genutzt werden sollte.

Wann lohnt sich ein Batteriespeicher zusätzlich zur Wärmepumpe?

Ein Batteriespeicher lohnt sich zusätzlich zur Wärmepumpe dann, wenn die Wärmepumpe allein nicht den gesamten Solarüberschuss aufnehmen kann oder wenn auch abends und nachts Solarstrom für andere Verbraucher im Haus oder Betrieb genutzt werden soll. Die Kombination aus Wärmepumpe, PV und Batteriespeicher ist die wirksamste Methode zur Eigenverbrauchsoptimierung.

Die Wärmepumpe hat eine natürliche Grenze: Ist der Warmwasserspeicher voll und das Gebäude ausreichend beheizt, kann sie keinen weiteren Solarstrom aufnehmen, auch wenn die Sonne noch scheint. Genau hier springt der Batteriespeicher ein. Er puffert den überschüssigen Solarstrom und gibt ihn später ab, wenn die Sonne nicht mehr scheint.

Für Industriebetriebe und größere Gewerbeanlagen kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu: das Peak-Shaving. Ein Batteriespeicher kann Lastspitzen kappen und damit die Netzentgelte erheblich senken. In diesem Fall rechnet sich die Investition oft über mehrere Kanäle gleichzeitig, nämlich durch höheren Eigenverbrauch und durch reduzierte Netzkosten.

Was sind die häufigsten Fehler bei der Kombination von Wärmepumpe und Solar?

Die häufigsten Fehler bei der Kombination von Wärmepumpe und Solaranlage sind eine zu kleine PV-Anlage, fehlende Systemkommunikation zwischen den Komponenten und ein zu kleiner Warmwasserspeicher. Diese drei Punkte verhindern, dass die Kombination ihr volles Potenzial zur Erhöhung des Solarstrom-Eigenverbrauchs entfalten kann.

  • Zu kleine PV-Anlage: Wer nur 5 kWp installiert, hat kaum Solarüberschuss für die Wärmepumpe. Für eine sinnvolle Nutzung sollte die Anlage deutlich größer dimensioniert sein als der reine Haushaltsbedarf.
  • Keine Systemkommunikation: Wärmepumpe und Wechselrichter “sprechen” nicht miteinander, weil kein Energiemanagementsystem sie verbindet. Dann läuft die Wärmepumpe nach festen Zeitplänen, unabhängig vom Solarertrag.
  • Zu kleiner Warmwasserspeicher: Ein kleiner Speicher ist schnell voll und kann keine weiteren Solarüberschüsse aufnehmen. Ein größerer Pufferspeicher erhöht die Flexibilität erheblich.
  • Falsche Priorisierung im Energiemanagementsystem: Wenn das System so eingestellt ist, dass zuerst der Batteriespeicher geladen wird und die Wärmepumpe erst danach Strom bekommt, kann das je nach Situation suboptimal sein.
  • Kein Monitoring: Wer nicht regelmäßig prüft, wie viel Solarstrom tatsächlich selbst verbraucht wird, erkennt Optimierungspotenzial nicht.

Welche Kennzahlen zeigen, ob die Kombination wirklich funktioniert?

Die wichtigsten Kennzahlen für eine funktionierende Kombination aus Wärmepumpe und Solaranlage sind der Eigenverbrauchsanteil und der Autarkiegrad. Der Eigenverbrauchsanteil zeigt, wie viel des erzeugten Solarstroms direkt selbst genutzt wird. Der Autarkiegrad gibt an, wie viel des gesamten Strombedarfs durch Solarstrom gedeckt wird.

Konkret sollten Sie auf folgende Werte achten:

  1. Eigenverbrauchsanteil: Bei einer gut integrierten Wärmepumpe sollte dieser Wert über 60 Prozent liegen. Liegt er darunter, wird zu viel Solarstrom ins Netz eingespeist.
  2. Autarkiegrad: Ein Wert von 50 bis 70 Prozent ist bei einer guten Kombination realistisch, je nach Standort und Anlagengröße.
  3. Laufzeiten der Wärmepumpe: Wie viel Prozent der Wärmepumpenlaufzeit fallen in die Sonnenstunden? Ein hoher Anteil zeigt, dass die Steuerung gut funktioniert.
  4. Einspeisung ins Netz: Sinkt die Einspeisung nach der Optimierung, ist das ein gutes Zeichen, dass mehr Solarstrom intern genutzt wird.

Ein gutes Energiemanagementsystem stellt diese Kennzahlen übersichtlich dar und ermöglicht es, die Einstellungen gezielt anzupassen. Wer diese Zahlen regelmäßig im Blick hat, kann den Solarstrom-Eigenverbrauch kontinuierlich verbessern und die Betriebskosten langfristig senken. Mehr zu konkreten Anwendungsfällen finden Sie auf der Anwendungsseite.

Wie wir bei Commeo Systems GmbH die Eigenverbrauchsoptimierung unterstützen

Wir bei Commeo Systems GmbH entwickeln und produzieren Batteriespeicherlösungen und Energiemanagementsysteme, die genau für diese Anforderungen ausgelegt sind. Unser Ansatz ist ganzheitlich: Wir liefern nicht nur Hardware, sondern das vollständige System zur Steuerung und Optimierung Ihrer Energieflüsse.

  • Modulare Batteriespeicher von 50 kWh bis 1 MWh und darüber hinaus, die sich nahtlos in bestehende PV-Anlagen und Wärmepumpeninfrastrukturen integrieren lassen
  • Energy Control System (ECS) als intelligente Steuerungszentrale für Eigenverbrauchsoptimierung, Lastspitzenkappung und unterbrechungsfreie Stromversorgung
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Wenn Sie wissen möchten, wie sich Ihre Wärmepumpe, Ihre PV-Anlage und ein Batteriespeicher optimal kombinieren lassen, sprechen Sie uns gerne an. Auf commeo.com finden Sie weitere Informationen zu unseren Systemen, oder Sie kontaktieren uns direkt für eine individuelle Beratung.

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