Wie plant man eine Eigenverbrauchsoptimierung für Schichtbetriebe?

Michael Schnakenberg ·
Industrielles Batteriespeichersystem auf Fabrikboden mit Arbeitern in Schutzhelmen und Spiegelung von Solarpanelen im Gehäuse.

Eine Eigenverbrauchsoptimierung für Schichtbetriebe plant man, indem man zunächst die lastprofiltypischen Verbrauchsmuster je Schicht analysiert, dann den passenden Speicherbedarf berechnet und anschließend ein Energiemanagementsystem einsetzt, das Lade- und Entladezyklen automatisch auf die Schichtzeiten abstimmt. Dieser Ansatz funktioniert besonders gut, wenn mehrere Energiequellen wie Photovoltaik und Netz kombiniert werden. Die folgenden Abschnitte gehen die wichtigsten Planungsschritte Schritt für Schritt durch.

Welche Lastprofile entstehen typischerweise in Schichtbetrieben?

In Schichtbetrieben entstehen Lastprofile mit ausgeprägten, wiederkehrenden Verbrauchsspitzen, die sich an den Schichtwechseln und Produktionszyklen orientieren. Besonders der Anlauf von Maschinen zu Schichtbeginn und die gleichzeitige Nutzung mehrerer Aggregate erzeugen kurze, aber hohe Leistungsspitzen, die den Strombezug und die Netzgebühren erheblich beeinflussen.

Typischerweise unterscheiden sich die Lastprofile je nach Schichtmodell. Zweischichtbetriebe zeigen zwei deutliche Verbrauchsblöcke pro Tag, während Dreischichtbetriebe einen nahezu konstanten Grundlastbedarf rund um die Uhr aufweisen. Dazu kommen produktionsbedingte Lastspitzen, zum Beispiel beim Hochfahren von Pressen, Kompressoren oder Schweißanlagen. Diese Spitzen sind oft kurz, aber intensiv und werden im Netzentgelt über den Leistungspreis abgerechnet.

Für eine sinnvolle Eigenverbrauchsoptimierung ist es wichtig, diese Muster über mindestens vier Wochen mit einem Lastgangmessgerät zu erfassen. Nur wer seine realen Verbrauchsdaten kennt, kann den Speicher und die Steuerungslogik passgenau darauf auslegen. Eine Analyse nach Schicht, Wochentag und Saison liefert dabei die belastbarste Grundlage.

Wie berechnet man den optimalen Speicherbedarf für Schichtbetriebe?

Den optimalen Speicherbedarf für einen Schichtbetrieb berechnet man, indem man die Differenz zwischen der verfügbaren Erzeugungsleistung (zum Beispiel aus Photovoltaik) und dem tatsächlichen Verbrauch je Schicht ermittelt und daraus die täglich nutzbare Speicherkapazität ableitet. Zusätzlich fließt die gewünschte Lastspitzenkappung als Auslegungsgröße ein.

In der Praxis sind drei Größen relevant:

  • Tägliche Überschussenergie: Wie viel Strom erzeugt die eigene Anlage, der nicht sofort verbraucht wird?
  • Lastspitzenhöhe: Wie hoch sind die maximalen Leistungsspitzen, die gekappt werden sollen?
  • Entladedauer: Über wie viele Stunden soll der Speicher die Last abdecken oder glätten?

Ein einfaches Beispiel: Wenn eine Schicht täglich 80 kWh Überschussstrom erzeugt, der in der nächsten Schicht benötigt wird, braucht man mindestens 80 kWh Nutzkapazität. Sollen zusätzlich Lastspitzen von bis zu 100 kW für 15 Minuten gekappt werden, kommt eine Leistungsreserve von etwa 25 kWh hinzu. Industriespeicher starten typischerweise bei 50 kWh und lassen sich modular bis in den MWh-Bereich erweitern, was gerade für wachsende Betriebe ein großer Vorteil ist.

Wichtig: Sicherheitspuffer und Alterungsverluste der Batterie sollten bei der Auslegung eingerechnet werden. Realistisch sind 80 bis 90 Prozent der Nennkapazität als nutzbare Kapazität über die Lebensdauer.

Welche Energiequellen lassen sich in die Planung einbeziehen?

In die Planung einer Eigenverbrauchsoptimierung lassen sich Photovoltaikanlagen, Blockheizkraftwerke (BHKW), Windenergieanlagen und das öffentliche Stromnetz einbeziehen. Der Batteriespeicher fungiert dabei als Puffer, der Erzeugung und Verbrauch zeitlich entkoppelt und die günstigste Quelle priorisiert.

Photovoltaik ist in Industriebetrieben mit großen Dachflächen die häufigste Ergänzung zum Speicher. Die Erzeugungskurve der PV-Anlage passt allerdings oft nicht zum Schichtbetrieb, weil die Produktion tagsüber läuft, während die PV-Anlage zur Mittagszeit ihren Peak hat. Ein Speicher gleicht diese zeitliche Verschiebung aus.

BHKWs bieten den Vorteil, dass sie steuerbar sind und gezielt dann Strom erzeugen, wenn er benötigt wird. In Kombination mit einem Speicher lässt sich das BHKW auf Effizienzoptimierung auslegen, während der Speicher kurzfristige Lastspitzen übernimmt.

Das öffentliche Netz bleibt in den meisten Fällen als Backup und ergänzende Quelle relevant, zum Beispiel für Nachtschichten ohne PV-Erzeugung. Wer dynamische Stromtarife nutzt, kann den Speicher zusätzlich günstig aufladen, wenn die Börsenstrompreise niedrig sind. Die Anwendungen im Energiemanagement zeigen, wie sich diese Quellen sinnvoll kombinieren lassen.

Wie steuert ein Energiemanagementsystem den Speicher im Schichtbetrieb?

Ein Energiemanagementsystem (EMS) steuert den Speicher im Schichtbetrieb, indem es Erzeugungsprognosen, aktuelle Lastmessungen und Schichtpläne zusammenführt und daraus automatisch optimale Lade- und Entladestrategien ableitet. Das System reagiert in Echtzeit auf Abweichungen und hält definierte Leistungsgrenzen zuverlässig ein.

Konkret übernimmt ein EMS folgende Aufgaben im Schichtbetrieb:

  1. Lastspitzenkappung: Sobald die gemessene Leistung einen definierten Schwellenwert überschreitet, entlädt der Speicher automatisch und verhindert teure Leistungsspitzen.
  2. Eigenverbrauchsmaximierung: Überschussstrom aus PV oder BHKW wird sofort in den Speicher geladen und in der nächsten Schicht wieder abgegeben.
  3. Schichtbasierte Prognose: Das System lernt aus historischen Lastprofilen und passt die Ladeplanung an bevorstehende Schichten an.
  4. Netzintegration: Für Anlagen über 135 kW ist die Kommunikation mit EZA-Reglern wichtig, damit der Speicher netzdienlich agiert und alle regulatorischen Anforderungen erfüllt.

Ein gutes EMS visualisiert alle Energie- und Informationsflüsse in Echtzeit und gibt dem Betriebsleiter jederzeit Einblick in den Systemzustand. Das macht die Optimierung nachvollziehbar und erlaubt es, Einstellungen bei veränderten Produktionsbedingungen schnell anzupassen.

Welche Einsparungen sind durch Eigenverbrauchsoptimierung im Schichtbetrieb realistisch?

Durch Eigenverbrauchsoptimierung können Schichtbetriebe realistisch zwischen 15 und 40 Prozent ihrer Stromkosten einsparen, abhängig von der Höhe der Lastspitzen, dem Eigenerzeugeranteil und den aktuellen Netzentgelten. Die größten Hebel sind die Reduktion des Leistungspreises und die Erhöhung des Eigenverbrauchsanteils.

Der Leistungspreis macht in vielen Industrietarifen einen erheblichen Teil der Jahresstromrechnung aus. Wer durch Peak-Shaving die maximale gemessene Leistung um 20 bis 30 Prozent senkt, reduziert diesen Kostenblock entsprechend. Das zahlt sich besonders dann aus, wenn wenige, aber hohe Lastspitzen den Jahresmaximalwert bestimmen.

Beim Eigenverbrauch gilt: Jede Kilowattstunde, die aus der eigenen Anlage genutzt wird, anstatt ins Netz eingespeist oder zu Vollkosten zugekauft zu werden, spart direkt Geld. Je nach Strombezugspreis und Einspeisevergütung kann der Vorteil je Kilowattstunde zwischen 10 und 25 Cent betragen. Über ein Jahr und bei einem Betrieb mit mehreren hundert Kilowattstunden Tagesdurchsatz summiert sich das schnell auf fünfstellige Beträge.

Hinzu kommen indirekte Einsparungen durch mehr Netzunabhängigkeit und eine höhere Versorgungssicherheit, die ungeplante Produktionsausfälle reduziert.

Was sind häufige Planungsfehler bei der Eigenverbrauchsoptimierung in der Industrie?

Die häufigsten Planungsfehler bei der Eigenverbrauchsoptimierung in der Industrie sind eine zu grobe Lastprofilanalyse, eine Unterdimensionierung des Speichers und eine fehlende Integration des Energiemanagementsystems in die Betriebsabläufe. Diese Fehler führen dazu, dass das System nicht die erwarteten Einsparungen liefert.

Hier sind die Fehler, die in der Praxis am häufigsten auftreten:

  • Zu kurze Messperiode: Wer das Lastprofil nur über eine oder zwei Wochen misst, verpasst saisonale Schwankungen und untypische Produktionstage. Mindestens vier Wochen, besser drei Monate, sollten als Datenbasis dienen.
  • Speicher zu klein ausgelegt: Viele Betriebe unterschätzen die Lastspitzen oder planen keinen Puffer für zukünftiges Wachstum ein. Ein modulares System, das sich später erweitern lässt, schützt vor dieser Falle.
  • EMS nicht an Schichtpläne angebunden: Wenn das Energiemanagementsystem nicht weiß, wann welche Schicht beginnt, kann es die Ladeplanung nicht optimieren. Die Integration von Schichtdaten ist ein oft übersehener, aber wichtiger Schritt.
  • Regulatorische Anforderungen vergessen: Besonders für Anlagen über 135 kW gelten spezifische Anforderungen an die Netzintegration und EZA-Regler. Wer das erst nach der Installation bemerkt, hat einen teuren Nachbesserungsbedarf.
  • Keine Wirtschaftlichkeitsrechnung über die Lebensdauer: Ein Speicher lohnt sich über 10 bis 15 Jahre. Wer nur die Anschaffungskosten betrachtet, unterschätzt den Return on Investment erheblich.

Ein weiterer Fehler ist die fehlende Abstimmung zwischen Energieplaner, IT und Produktion. Die besten technischen Lösungen scheitern, wenn die Schichtleitung nicht weiß, wie das System funktioniert, oder wenn Produktionsänderungen nicht ins EMS zurückgemeldet werden.

Wie Commeo Systems GmbH bei der Eigenverbrauchsoptimierung im Schichtbetrieb hilft

Wir bei Commeo Systems GmbH begleiten Industriebetriebe von der ersten Lastprofilanalyse bis zur betriebsbereiten Speicherlösung. Unser Ansatz ist ganzheitlich: Wir kombinieren modulare Lithium-Ionen-Batteriespeicher mit unserem Energy Control System (ECS), das die Steuerung des Speichers direkt an die Schichtpläne und Produktionsprozesse unserer Kunden anpasst.

Das bieten wir konkret:

  • Maßgeschneiderte Speichersysteme von 50 kWh bis über 1 MWh, die sich modular erweitern lassen und damit mit dem Betrieb wachsen
  • Das Energy Control System (ECS) als Steuerungszentrale für Eigenverbrauchsoptimierung, Lastspitzenkappung und unterbrechungsfreie Stromversorgung
  • Integrierte EZA-Regler-Schnittstelle für eine reibungslose Netzintegration bei Anlagen über 135 kW
  • TÜV-typgeprüfte Systeme mit höchsten Sicherheitsstandards und vollständiger Entwicklung und Produktion in Deutschland
  • Kurze Lieferzeiten von in der Regel unter drei Monaten, damit Ihr Betrieb schnell von den Einsparungen profitiert

Schauen Sie sich unser Produktportfolio an oder erfahren Sie mehr über uns. Wenn Sie wissen möchten, wie viel Ihr Betrieb durch eine optimierte Eigenverbrauchsstrategie sparen kann, sprechen Sie uns direkt an. Wir analysieren Ihre Lastdaten und zeigen Ihnen, welche Lösung zu Ihrem Schichtbetrieb passt.

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