Für Industrieunternehmen mit einer Photovoltaikanlage oder einem Batteriespeicher lautet die wirtschaftliche Kernfrage: Lohnt es sich mehr, den selbst erzeugten Strom im eigenen Betrieb zu nutzen, oder ihn ins öffentliche Netz einzuspeisen? In den meisten Fällen ist die Eigenverbrauchsoptimierung die wirtschaftlich stärkere Strategie, weil der vermiedene Stromeinkauf in der Regel teurer ist als die Einspeisevergütung. Allerdings hängt die konkrete Antwort von Ihren Stromkosten, Ihrer Anlagengröße und den aktuellen Marktpreisen ab. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um beide Ansätze.
Welche Strategie bringt Industrieunternehmen mehr Einsparungen?
Für die meisten produzierenden Betriebe bringt die Eigenverbrauchsoptimierung höhere Einsparungen als die Netzeinspeisung. Der Grund ist einfach: Industrieunternehmen zahlen für eingekauften Strom deutlich mehr, als sie durch Einspeisevergütungen erhalten. Wer selbst erzeugten Strom direkt verbraucht, vermeidet diese Kosten vollständig, anstatt nur eine Vergütung dafür zu kassieren.
Konkret bedeutet das: Wenn Ihr Unternehmen beispielsweise 20 Cent pro Kilowattstunde für Netzstrom zahlt und die Einspeisevergütung bei 8 Cent liegt, ist jede selbst verbrauchte Kilowattstunde doppelt so wertvoll wie eine eingespeiste. Dieser Unterschied wächst mit steigenden Strompreisen weiter. Für Betriebe mit hohem und kontinuierlichem Strombedarf, also etwa in der Fertigung oder in der Lebensmittelproduktion, ist die Eigenverbrauchsquote daher eine der wichtigsten Kennzahlen für die Energiekosten.
Wie berechnet sich die Wirtschaftlichkeit der Eigenverbrauchsoptimierung?
Die Wirtschaftlichkeit der Eigenverbrauchsoptimierung ergibt sich aus der Differenz zwischen dem vermiedenen Stromeinkaufspreis und den Kosten für die Speicher- oder Steuerungslösung. Je höher Ihr Arbeitspreis für Netzstrom und je größer Ihr Eigenverbrauchsanteil, desto schneller amortisiert sich die Investition.
Für eine einfache Berechnung können Sie folgende Faktoren berücksichtigen:
- Vermiedene Strombezugskosten: Menge des selbst verbrauchten Stroms multipliziert mit dem aktuellen Arbeitspreis
- Reduzierte Netzentgelte: In vielen Tarifen sinken Netzentgelte, wenn Lastspitzen gekappt werden
- Investitionskosten: Anschaffung und Installation des Speichers sowie laufende Betriebskosten
- Amortisationszeit: Investitionskosten geteilt durch jährliche Einsparungen
Ein Batteriespeicher, der gezielt dann lädt, wenn Strom günstig oder selbst erzeugt ist, und dann entlädt, wenn der Bedarf hoch ist, maximiert diese Einsparungen. Die Anwendungen für Energiespeicher reichen dabei von der einfachen Pufferspeicherung bis hin zur vollautomatischen Lastoptimierung.
Was bestimmt die Erlöse aus der Netzeinspeisung?
Die Erlöse aus der Netzeinspeisung hängen von drei Faktoren ab: der geltenden Einspeisevergütung, der eingespeisten Strommenge und dem gewählten Vermarktungsmodell. Für Anlagen, die unter das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fallen, gibt es feste Vergütungssätze. Größere Anlagen müssen ihren Strom dagegen oft direkt vermarkten, wobei die Erlöse mit den Börsenstrompreisen schwanken.
Wichtig zu verstehen: Die Direktvermarktung kann bei hohen Börsenstrompreisen attraktiv sein, bringt aber auch Preisrisiken mit sich. Für Industrieunternehmen, die keine eigene Handelsabteilung haben, ist die Planbarkeit der Erlöse ein relevanter Faktor bei der Strategiewahl.
Wann lohnt sich Netzeinspeisung gegenüber Eigenverbrauch?
Netzeinspeisung lohnt sich gegenüber dem Eigenverbrauch dann, wenn die Einspeisevergütung oder der Direktvermarktungspreis höher ist als der eigene Stromeinkaufspreis, oder wenn kein ausreichender Eigenbedarf vorhanden ist, um den erzeugten Strom vollständig zu nutzen. In der Praxis trifft das auf Industrieunternehmen eher selten zu.
Es gibt jedoch Situationen, in denen Einspeisung sinnvoll sein kann:
- Nachts oder an Wochenenden, wenn der Betrieb ruht und kein Eigenverbrauch möglich ist
- Bei Überproduktion, die den aktuellen Bedarf deutlich übersteigt
- Wenn kurzfristig sehr hohe Börsenstrompreise herrschen und ein flexibles Energiemanagement vorhanden ist
In diesen Fällen ist Einspeisung nicht die bessere Strategie als Eigenverbrauch, sondern eine sinnvolle Ergänzung, wenn kein Eigenbedarf besteht.
Können beide Strategien gleichzeitig eingesetzt werden?
Ja, beide Strategien lassen sich kombinieren und ergänzen sich in der Praxis sehr gut. Ein intelligentes Energiemanagementsystem priorisiert dabei automatisch den Eigenverbrauch und speist nur dann ins Netz ein, wenn kein Eigenbedarf vorhanden ist oder wenn die Einspeiseerlöse besonders hoch sind.
Diese kombinierte Strategie funktioniert so: Der Batteriespeicher lädt sich mit selbst erzeugtem Strom, versorgt zunächst den Betrieb und gibt überschüssige Energie erst dann ins Netz ab, wenn der Speicher voll ist und kein weiterer Bedarf besteht. So verlieren Sie keine Einsparungspotenziale durch ungenutzte Überproduktion. Moderne Steuerungssysteme können dabei sogar Strompreissignale berücksichtigen und die Einspeisung gezielt auf Zeiten mit hohen Marktpreisen verschieben.
Welche Rolle spielt die Speichergröße für die Wirtschaftlichkeit?
Die Speichergröße hat direkten Einfluss darauf, wie viel selbst erzeugter Strom tatsächlich im eigenen Betrieb genutzt werden kann. Ein zu kleiner Speicher kann Überschüsse nicht vollständig aufnehmen, ein zu großer Speicher wird nicht ausreichend genutzt und erhöht die Investitionskosten unnötig. Die optimale Größe richtet sich nach Ihrem Lastprofil, Ihrer Erzeugungskapazität und Ihren Verbrauchszeiten.
Speichergröße und Eigenverbrauchsquote
Grundsätzlich gilt: Mit wachsender Speicherkapazität steigt die Eigenverbrauchsquote, allerdings mit abnehmendem Grenznutzen. Die ersten Kilowattstunden Speicherkapazität bringen die größten Einsparungen, weil sie die häufigsten Überschüsse abdecken. Jede weitere Kilowattstunde Kapazität nutzt seltener auftretende Überschüsse und trägt damit weniger zur Wirtschaftlichkeit bei.
Speichergröße und Lastspitzenmanagement
Für Industrieunternehmen spielt auch das Lastspitzenmanagement eine wichtige Rolle bei der Dimensionierung. Ein Speicher, der groß genug ist, um Lastspitzen zu kappen, reduziert nicht nur den Stromeinkauf, sondern auch die Leistungspreiskomponente im Stromtarif. Das kann die Wirtschaftlichkeit erheblich verbessern und rechtfertigt oft eine größere Kapazität als die reine Eigenverbrauchsoptimierung allein. Mehr dazu finden Sie in den Anwendungsszenarien für gewerbliche Energiespeicher.
Für Betriebe mit stark schwankendem Verbrauch empfiehlt sich daher eine Analyse des eigenen Lastprofils, bevor die Speichergröße festgelegt wird. Systeme mit modularem Aufbau bieten dabei den Vorteil, dass die Kapazität bei Bedarf nachträglich erweitert werden kann.
Wie wir bei Commeo Systems GmbH Eigenverbrauchsoptimierung umsetzen
Wir bei Commeo Systems GmbH unterstützen Industrieunternehmen dabei, ihre Eigenverbrauchsoptimierung wirtschaftlich und technisch sicher umzusetzen. Unsere Batteriespeichersysteme und unser Energy Control System (ECS) sind speziell darauf ausgelegt, den Eigenverbrauchsanteil zu maximieren und gleichzeitig Lastspitzen zu reduzieren.
Konkret bieten wir:
- Modulare Batteriespeichersysteme von 50 kWh bis 1 MWh und darüber hinaus, die sich flexibel an Ihren Bedarf anpassen lassen
- Das Energy Control System (ECS) zur automatischen Steuerung von Eigenverbrauch, Lastspitzenkappung und Netzeinspeisung in einem System
- Integrierte EZA-Regler-Schnittstelle für eine einfache Netzintegration bei Anlagen über 135 kW
- TÜV-typgeprüfte Lithium-Ionen-Systeme mit höchsten Sicherheitsstandards und Entwicklung sowie Produktion vollständig in Deutschland
- Kurze Lieferzeiten von in der Regel unter drei Monaten, damit Sie schnell von Ihren Einsparungen profitieren
Möchten Sie wissen, welche Strategie und welche Speichergröße für Ihren Betrieb am meisten Sinn ergibt? Nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf und lassen Sie uns gemeinsam Ihr Einsparpotenzial berechnen.


