Wie verändert sich Eigenverbrauchsoptimierung durch E-Mobilität im Betrieb?

Michael Schnakenberg ·
Elektro-Lieferwagen an industrieller Ladestation mit modularem Batteriespeicher, Solaranlage auf Fabrikdach im Hintergrund, goldenes Abendlicht.

E-Mobilität im Betrieb verändert die Eigenverbrauchsoptimierung grundlegend, weil Elektrofahrzeuge einen neuen, schwer planbaren Verbrauchspunkt in die betriebliche Energiestruktur einführen. Wer mehrere Firmenfahrzeuge gleichzeitig lädt, kann Lastspitzen erzeugen, die die gesamte Energiestrategie aus dem Gleichgewicht bringen. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Systemen lässt sich E-Mobilität nicht nur integrieren, sondern aktiv zur Optimierung nutzen. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen dazu.

Wie viel Strom verbraucht E-Mobilität im Betrieb wirklich?

Ein einzelnes Elektrofahrzeug benötigt je nach Modell und Ladegeschwindigkeit zwischen 7 und 22 kW pro Ladepunkt. Bei einer Flotte von zehn Fahrzeugen, die gleichzeitig laden, entsteht schnell ein zusätzlicher Bedarf von 70 bis 220 kW. Das entspricht dem Strombedarf einer mittelgroßen Produktionshalle.

Für Industrieunternehmen bedeutet das: E-Mobilität ist kein kleiner Zusatzverbrauch, sondern ein erheblicher Lastfaktor. Besonders kritisch wird es, wenn Fahrzeuge nach Schichtende gleichzeitig an die Ladesäulen angeschlossen werden. Dann treffen hoher Produktionsverbrauch und maximale Ladelast aufeinander, was die Netzbelastung und die Netzentgelte deutlich erhöhen kann. Eine realistische Verbrauchsplanung ist daher der erste Schritt zu einer funktionierenden Energiestrategie mit E-Flotte.

Warum stört unkontrolliertes Laden die Eigenverbrauchsstrategie?

Unkontrolliertes Laden bedeutet, dass Fahrzeuge laden, wann sie eingesteckt werden, unabhängig davon, ob gerade günstiger Solarstrom verfügbar ist, die Produktionslast gering ist oder die Netzentgelte niedrig sind. Das untergräbt jede Strategie zur Eigenverbrauchsoptimierung, weil der selbst erzeugte Strom nicht gezielt genutzt wird.

Konkret entstehen dabei drei Probleme:

  • Lastspitzen steigen: Wenn Produktion und Laden zeitlich zusammenfallen, entstehen Lastspitzenwerte, die die Netzentgelte dauerhaft erhöhen.
  • Solarstrom wird nicht genutzt: Photovoltaikstrom wird ins Netz eingespeist, während teure Netzenergie für das Laden verwendet wird.
  • Prognosen werden unzuverlässig: Schwankende Ladezeiten machen die Energieplanung unberechenbar und erschweren die Optimierung anderer Verbraucher.

Das Ergebnis: Betriebe zahlen mehr, als sie müssten, und verschenken das Potenzial ihrer eigenen Erzeugungsanlagen. Wer Anwendungen zur Lastoptimierung ernsthaft umsetzen will, kommt um ein strukturiertes Lademanagement nicht herum.

Was ist smartes Lademanagement und wie funktioniert es?

Smartes Lademanagement ist ein System, das den Ladezeitpunkt und die Ladeleistung jedes Fahrzeugs automatisch steuert, basierend auf aktuellen Energiepreisen, verfügbarem Solarstrom, der aktuellen Netzlast und den Abfahrzeiten der Fahrzeuge. Ziel ist es, die Ladeenergie so einzusetzen, dass sie möglichst günstig, möglichst grün und möglichst lastschonend ist.

In der Praxis funktioniert das so: Das System kennt die Abfahrzeiten der Fahrzeuge und weiß, bis wann welches Fahrzeug vollgeladen sein muss. Es verteilt die Ladeenergie dann dynamisch über den verfügbaren Zeitraum. Wenn die PV-Anlage gerade viel produziert, wird mehr Leistung auf die Ladesäulen verteilt. Wenn die Produktion auf Hochtouren läuft, wird die Ladeleistung gedrosselt. Das passiert automatisch, ohne dass jemand manuell eingreifen muss.

Moderne Systeme berücksichtigen dabei auch Tarifsignale, also Zeitfenster mit besonders günstigen Strompreisen. So wird nicht nur der Eigenverbrauch optimiert, sondern auch der Bezug aus dem Netz auf die wirtschaftlich sinnvollsten Zeiten konzentriert.

Wie arbeiten Batteriespeicher und E-Ladeinfrastruktur zusammen?

Ein Batteriespeicher und eine E-Ladeinfrastruktur ergänzen sich ideal: Der Speicher puffert überschüssigen Solarstrom und gibt ihn genau dann ab, wenn die Fahrzeuge laden. So wird selbst erzeugter Strom genutzt, auch wenn Produktion und Ladezeiten zeitlich auseinanderliegen.

Das Zusammenspiel funktioniert in zwei Richtungen:

  • Speicher versorgt Ladesäulen: Tagsüber wird Solarstrom im Speicher zwischengespeichert. Abends, wenn die Fahrzeuge eingesteckt werden, liefert der Speicher die Energie, ohne dass Netzstrom bezogen werden muss.
  • Speicher kappt Lastspitzen: Wenn trotz Lademanagement kurzzeitig hohe Ladelasten entstehen, gleicht der Speicher diese aus und verhindert, dass teure Lastspitzen im Netz entstehen.

Für Betriebe mit größerer Flotte ist diese Kombination besonders wertvoll. Ein Speichersystem mit ausreichend Kapazität kann die gesamte nächtliche Ladeenergie bereitstellen und den Netzbezug auf ein Minimum reduzieren. Das schützt nicht nur die Energiekosten, sondern macht den Betrieb auch unabhängiger von Netzschwankungen.

Wann lohnt sich ein Speicher speziell für die betriebliche E-Flotte?

Ein Batteriespeicher lohnt sich für die betriebliche E-Flotte, wenn die Flotte mindestens fünf bis zehn Fahrzeuge umfasst, eine PV-Anlage vorhanden ist oder geplant wird, und die Ladezeiten regelmäßig mit Produktionslastzeiten zusammenfallen. Je größer die Flotte und je höher die Netzentgelte, desto schneller rechnet sich die Investition.

Konkrete Faktoren, die für einen Speicher sprechen:

  • Hohe Lastspitzenentgelte im aktuellen Netzvertrag
  • Eine PV-Anlage, deren Überschüsse bisher ins Netz eingespeist werden
  • Fahrzeuge, die abends oder nachts geladen werden müssen, wenn keine Solarproduktion möglich ist
  • Wunsch nach Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit vom öffentlichen Netz

Ein modulares Speichersystem, das mit der Flotte mitwächst, ist dabei besonders praktisch. Wer heute fünf Fahrzeuge hat und in drei Jahren zwanzig, sollte von Anfang an auf eine skalierbare Lösung setzen, statt später komplett neu zu investieren.

Welche Rolle spielt das Energiemanagementsystem bei E-Mobilität?

Das Energiemanagementsystem (EMS) ist die Steuerungszentrale, die alle Energieflüsse im Betrieb koordiniert, also PV-Anlage, Batteriespeicher, Produktionsverbraucher und Ladesäulen. Ohne EMS arbeiten diese Komponenten nebeneinander her. Mit EMS arbeiten sie als abgestimmtes System zusammen.

Für die E-Mobilität bedeutet das konkret: Das EMS weiß jederzeit, wie viel Strom die PV-Anlage produziert, wie viel der Speicher noch hat, wie hoch die aktuelle Produktionslast ist und welche Fahrzeuge bis wann geladen sein müssen. Auf Basis dieser Informationen trifft es sekündlich Entscheidungen darüber, welche Energie wohin fließt.

Ein gutes EMS visualisiert diese Flüsse auch in Echtzeit und liefert historische Auswertungen. So sehen Betriebe genau, wie viel Prozent der Ladeenergie aus eigener Erzeugung stammt, wann Lastspitzen entstehen und wo weiteres Optimierungspotenzial liegt. Das macht die Eigenverbrauchsoptimierung messbar und nachvollziehbar, statt sie dem Zufall zu überlassen.

Wie Commeo Systems GmbH bei der Eigenverbrauchsoptimierung mit E-Mobilität hilft

Wir bei Commeo Systems GmbH entwickeln und produzieren in Deutschland genau die Systeme, die Betriebe brauchen, um E-Mobilität und Eigenverbrauchsoptimierung sinnvoll zu verbinden. Unser Ansatz ist ganzheitlich: Wir liefern nicht nur den Speicher, sondern das gesamte System aus einer Hand.

  • Modulare Batteriespeicher von 50 kWh bis 1 MWh und darüber hinaus, die mit der Flottengröße mitwachsen und sich nahtlos in bestehende Infrastruktur integrieren lassen
  • Energy Control System (ECS), unser eigenes Energiemanagementsystem, das PV-Anlage, Speicher, Produktion und Ladeinfrastruktur in Echtzeit koordiniert und optimiert
  • Integrierte Schnittstelle zu EZA-Reglern für Anlagen über 135 kW, was die Netzintegration erheblich vereinfacht
  • TÜV-typgeprüfte Sicherheit und Lieferzeiten von unter drei Monaten, weil Entwicklung und Produktion vollständig in Deutschland stattfinden
  • Individuelle Beratung für Ihre spezifische Flotten- und Energiesituation, damit Sie wissen, welche Konfiguration sich für Sie wirklich rechnet

Sie möchten wissen, wie sich E-Mobilität und Eigenverbrauchsoptimierung in Ihrem Betrieb konkret umsetzen lassen? Sprechen Sie uns an und wir zeigen Ihnen, welche Lösung zu Ihrer Situation passt.

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